STIGMATISIERTE HAND

STIGMATISIERTE HAND war eine Arbeit für die Teilnahme an einer Ausstellung auf der Ziegelhütte in Darmstadt. Thema der Ausstellung war "In Bewegung".

Die Bewegung in dieser Skulptur besteht aus einer winzigen Veränderung der Fingerstellung der Hand, die sich allein in einem der vier fixierten Schattenwürfe manifestiert (Bild 5, Rohguss, Draufsicht). In der Skulptur ist die Hand zur Faust geballt. Die Hand befindet sich in Rückenlage. Die Hand in Rückenlage ist die Hand der Machtlosigkeit oder der Ergebung, aber auch der Unschuldsbeteuerung. Die Hand der Hilfsbedürftigen, in die ein Almosen gelegt wird, oder die Hand, die an´s Kreuz genagelt wird. Die an´s Kreuz genagelte Hand ist von rasendem Schmerz zur Faust verzerrt. Erst wenn der Tod eintritt löst sich dieser Krampf und die Faust öffnet sich wieder ganz leicht und langsam. Dieser Prozess wird in der Skulptur manifestiert. Was die Arbeit der Finger der Hand angeht, ist diese Bewegung "nicht der Rede wert" - was den Übergang vom Leben zum Tod betrifft, ist diese Bewegung eine der bedeutendsten überhaupt.

Die vier fixierten Schattenwürfe der Faust sind:

  1. Der "Sockel" auf dem die Faust aufliegt, quasi der Schlag- oder Kernschatten.
  2. Darunter ein zweiter, "schwebender" Sockel als kompletter Objektschatten der Faust.
  3. Dieser "schwebende Sockel" wird eingefasst von einer Griundplatte, in deren Mitte sich eine Öffnung in Form des Schattens der geöffneten Hand befindet (Bild 5).
  4. Eine Kette von Würfeln (blaue Seitenflächen), die in einer "gepunkteten Linie" den Umriss eines Faust-Schattens über das Ganze markieren.

Dazu kommen alle beweglichen Schattenwürfe der Skulptur.

Unter der Skulptur, die für eine Aufstellung im Freien gemacht war, gibt es einen Sockel, aus dessen Oberfläche ein 50W-LED-Strahler das Objekt von unten beleuchtet (Bilder 8-9). Hierdurch kann das Schattenwerfen der Skulptur "abgestellt" werden und es bleibt bei den vier fixierten Schattenwürfen. Die beiden ersten Schattenwürfe sind durch dicke Platten dargestellt, deren Körper "schraffiert" sind. Die "Schraffuren" sind die diagonalen Schlitze, welche den Blick in einen schwarzen Innenraum frei geben.

Der Skulptur voraus gegangen war ein kleines Modell (Bilder 1-4) aus Aluminiumguss.

Format des Modells:
Höhe: ca. 25 cm
Breite: ca. 18 cm
Länge: ca. 18 cm
Gewicht: ca. 2 kg
Material: Aluminiumguss
   
Format der großen Skulptur:
Höhe: ca. 80 cm
Breite: ca. 80 cm
Länge: ca. 80 cm
Gewicht: ca. 40 kg
Material: Aluminiumguss, teilweise poliert und farbig gefasst
   
Entstehung: April bis Juli 2014
Gießerei: Glassl Metallguss, Michelstadt im Odenwald

 

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