JACOB KERN

JACOB KERN war ein alter Darmstädter, von dem mir ein Portrait bekannt wurde, das sein Enkelsohn, der Kinderarzt Joachim Landzettel, nach dem Krieg aufgenommen hat.

Es zeigt den alten Sozialdemokraten, Verdun-Verteranen und Dachau-Überlebenden mit einem, wie ich finde, unnachahmlichen Welt-Weit-Blick.

Nach dem Krieg verstand Kern sehr bald, dass die linken Kräfte der Bundesrepublik nicht den Fehler wiederholen dürften, den sie in der Weimarer Zeit gemacht hatten: sich untereinander zerstreiten. Kern wusste: wenn sich die Linke zerstreitet, stärkt das nur die Rechte. Folgerichtig setzte sich der Neubegründer der SPD-Darmstadt, mit dem Mitgliedsausweis Nr. 3, für eine Koopreation zwischen seiner SPD und der 1956 verbotenen KPD ein.

Seine Partei wollte ihm darin nicht folgen und es kam zum Bruch Kerns mit der SPD im Zorn.

Heute sieht man wieder, wie recht Kern hatte. Die SPD ist zerfallen in SPD, Grüne und Linke und verliert zunehmend an Einfluss, während die Rechte mächtigen Aufwind erfährt.

Diesem straken, weisen Menschen habe ich ein kleines Portrait als "Layersculpture" gewidmet. Genau so umrisshaft und fragmentarisch, wie es sich uns heute darstellt.

Format:  
Höhe: ca. 30 cm
Breite: ca. 23 cm
Tiefe: ca. 10 cm
Gewicht: ca. 2 kg
   
Entstehung: April 2016
Material: Aluminiumguss
Gießerei: Glassl Metallguss, Michelstadt im Odenwald

 

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