EVA&ADAM

EVA&ADAM ist eine Doppelskulptur mit der ich eine neue Werkserie eröffnet habe: Musée de l’Homme.

Eigentlich ist dieser Begriff der ideale Titel für mein Gesamtwerk, denn unter ihn lassen sich alle bisherigen und zukünftigen Werkgruppen einordnen.

Denn das Pribzip meiner Arbeit ist immer das selbe:

  1. Ein Fundstück wird entdeckt bzw. nach Maßgabe seiner Sinnhaltigkeit ausgewählt
    Dieses Fundstück kann sowohl ein originals Relikt sein, beispielsweise auf ebay "geschossen", oder ein Fake, wie im Fall von EVA&ADAM.
  2. Das echte oder gefakete Fundstück wird in eine Skulptur umgewandelt und diese wird formal der Idee angepasst, die dem Fundstück erst seine Bedeutung gibt.
  3. Das so gewonnene "Museumsexponat" kommt in´s virtuelle Musée de l’Homme in´s Netz, auf die Homepage und auf Facebook.

Der Titel EVA&ADAM stellt bewußt Eva vor Adam, weil zu dieser Zeit die Menschheit aus Jägern und Sammlern im Matriarchat lebte.

Erst vor ca. 10.000 Jahren, mit dem einwandern türkischer Ackerbauern und Viehzüchter, setzte sich in unserer Gegend die Erkenntnis durch, dass die Männer bei der Fortpflanzung einen entscheidenden Anteil haben und die eingeborene Gesellschaften führten das Patriarchat ein. Dies ist die Epoche des Konfliktes zwischen Kain & Abel - zwischen Nomaden und Bauern. Die Skulptur dazu folgt.

Wir kennen nur den "Schädel Adams". Er befand sich im 19. Jahrhundert noch standartmäßig am Fuße des Balkens an dem wir Jesus gekreuzigt sehen.

Dort symbolisiert der "Schädel Adams" den Ungehorsam Adams der das göttliche Gebot nicht vom "Baum der Erkenntnis" zu essen übertreten hatte und dafür aus dem Paradies vertrieben worden war.

Jesus dagegen symbolisiert den Gehorsam Gottes Befehl gegenüber und steht für den neuen Bund, den Gott nach christlicher Lehre mit den Menschen geschlossen haben soll.

Ganz übergangen wird hierbei die Person, deren Idees es war vom "Baume der Erkenntnis" zu essen: Eva.

In meiner Skulptur sehen wir ihren toten Schädel. Darauf fällt von oben ein Schatten. Der Schatten einer Hand. Im Bereich dieses Schattens entsteht auf dem toten Knochen ein neues, lebendes Gesicht, mit einem lebenden Auge, das in die Richtung schaut, aus der der Schatten herunter fällt. Bei der Hand, deren schatten die Macht hat Leben zu geben, kann es sich natürlich nur um die Hand Gottes handeln.

Daneben sehen wir den lebenden Kopf Adams. Er blickt in die Waagerechte und redet dabei. Auf seinen Kopf fällt zwei mal der Schatten der selben Hand, wie auf Eva. In dem Bereich dieses Schattens ist der Kopf skeletiert, das Leben genommen.

Die Köpfe Adams und Evas ruhen auf kleinen Sockeln, wie Archäologen sie anlegen, wenn sie ein Fundstück langsam von oben nach unter frei präparieren.Verbunden werden sie durch eine blaue Fläche, welche der Schatten des Kopfes von Eva ist.

Adam steht ganz im Schatten Evas, kann aber selbst keinen Schatten werfen.

Format:  
Höhe: ca. 40 cm
Länge: ca. 50 cm
Tiefe: ca. 30 cm
Gewicht: ca. 30 kg
   
Entstehung: Februar/März 2016
Material: Aluminiumguss, teilweise gefasst.
Gießerei: Glassl Metallguss, Michelstadt im Odenwald

 

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