DER DEKALOG IN FLAMMEN

Wie überall in Deutschland, wurde auch in GLATZ (bei Breslau in Schlesien, heute Polen) am neunten November 1938, von den nichtjüdischen Einwohnern die dortige, liberale Synagoge angezündet. Am zehnten November wurde der stehengebliebene Eingangsteil des Gotteshauses mit dem zentralen, gekuppelten Turm in Brand gesetzt. Dieses Verbrechen ist von einem jugendlichen Glazter Hitlerjungen, der schräg gegenüber in der Grünestrasse in einer Drogerie als Lehrling arbeitet, fotografiert worden. Aus dem Nachlass dieses 1974 verstorbenen Mannes, habe ich das Konvolut von Negativen kaufen können.
Inzwischen konnte ich aus dem ehemaligen Breslauer Stadtarchiv die Baueingabepläne der Synagoge als Scans bekommen.
Zusammen mit den Fotos können nun die Bauausführungspläne rekonstruiert und ein Modelll der Synagoge hergestellt werden.
In diesem, schwarzen Modell solle ein Film gedreht werden. Die Musik dazu kommt von Markus Zaja. Die Glatzer Synagoge verfügte auch über eine Orgel. Wenn die Kamera zu der schwarzen, leeren Niesche blickt, in der sie stand, soll eine Erinnerung an ihren Klang zu hören sein. Neben den historischen und neuen Fotos aus dem Modell, wird es das Modell geben, einen kurzen Film, Musik dazu und einen wissenschaftlichen Text über das preussisch, deutsche Reformjudentum, Breslauer Prägung.
Es handelt sich also um ein interdisziplinäres Kusntprojekt, an dem verschiedene Medien und Urheber beteiligt sind.

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