KUPFERSCHÄDELIN

KUPFERSCHÄDELIN entstand im Zusammenhang mit den Arbeiten Josef Jakubowski. Ein Freund brachte mir den echten, menschlichen Schädel, der ihm im Anatomiestudium als Modell gedient hatte.

Offenbar ein weiblicher Schädel, was später auch Prof. Urban, Mainz bestätigte.

Die Form ließ mich sehr stark an ein indisches Gesicht denken. Vielleicht eine Hindu-Dame, deren Leichnam dem Ganges übergeben worden war?

Vielleicht kam ich auf diesen Gerdanken nicht nur durch die physiognomie des Gesichtes, sondern auch durch die Erinnerung daran, dass die Verwendung echter, menschlicher Schädel als Studienmodelle in Deutschland vom Gesetzgeber beendet worden sein soll, weil an den Ufern des Ganges eine blühende Industrie entstanden war, welche die halb verwesten Leichen aus dem Wasser zog, abkochte, die Knochen präparierte und nach Europa verscherbelte?

Wie dem auch sei:

Ein Aspekt des Themas war der selbe wie bei Josef Jakubowski, nämlich die Frage der Verwendung menschlicher Leichenteile als Gebrauchsobjekte für die Lebenden.

Da es mir bei diesem Schädel um den Aspekt des anatomischen Präparates ging, verzichtete ich darauf eine Gesichtsrekonstruktion zu versuchen sondern beschränkte mich darauf, den Schädel in Kupfer umgeformt wieder zu geben.

Kupfer statt Aluminium deshalb, weil Kupfer kostbar ist. Ein Werstoff aus dem sich Geld machen lässt. Wenn alle Menschen Kupfer-Knochen hätten, würden wir sie züchten um sie zu schlachten und das Kupfer zu verkaufen.

An dieser Stelle erwarte ich heftigen Protest der Leserschaft, aber ich bleibe bei meiner Hypothese: Wenn sich aus menschlichen Knochen Geld machen ließe, würden wir Menschen züchten um sie zu schlachten und das Geld zu machen. So, wie man auch jeder Zeit diese Skulptur einschmelzen würde um das Material zu Geld zu machen.

Format:  
Länge: ca. 22 cm
Breite: ca. 22 cm
Höhe: ca. 15 cm
Gewicht: 10 kg
   
Entstehung: März 2013
Material: Reinkupfer
Gießerei: Glassl Metallguss, Michelstadt im Odenwald

 

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