ABSCHIED VON EINEM UNBEKANNTEN, der Tote und sein Präparator

Hierin geht es um die Person, die den Kopf unseren Toten präparierte und arum, wie unter ihrem Messer die personale Identität des Toten immerf weniger sichtbar wurde.

Die fünf Portraitfotos nach der Maske des Toten sind so aufgenommen, dass der Betrachter - die Kamera, der Präparator - dem vor ihm auf dem Tisch liegenden Toten nicht direkt in die Augen sieht. Er vermeidet den Blickkontakt. Er betrachtet den Kopf aus fünf Blickwinkeln und dabei löst sich das Bild des Toten langsam auf. An den Rattermarken des Messers auf der Stirn des Schädels kann man sehen, dass das Messer mit großer Kraft geführt wurde, aber ohne Beherrschung. Es ist "ausgerutscht" und dabei über den feuchten, glitschigen, weichen Knochen gerattert. Das war für den Präparator selbst nicht ganz ungefährlich. Es machte auf mich den Eindruck, als habe der "Metzger" sich vor seiner Tätigkeit geekelt, fast als habe er diese selbst als traumatisierend erlebt. Ich fand diesen Befund sehr passend für einen Häftling des Sektionskommandos-Mengele.

Die fünf Portraitfotos aus der Sicht des sich ekelnden Präparators habe ich anschließend in 5 Layersculptures aus Aluminiumguss umgesetzt.

Format  
Länge: ca. 40 cm
Breite: ca. 40 cm
Höhe: ca. 20 cm
Gewicht: ca. 10 kg
   
Entstehung: September/Oktober/November 2012
Material: Aluminiumguss, teilweise farbig gefasst
Gießerei: Glassl Metallguss, Michelstadt im Odenwald

 

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